„Habe den Mut, deine Träume zu leben!“


Ein duales Studium bei dem größten deutschen Automobilhersteller VW zog Robert Hermann nach Niedersachsen – die Familie, seine Freunde, sein Hobby und die Region holten ihn zurück.

Die Faszination für Technik, den inneren Aufbau von Dingen und deren Funktionsweise, begleitet ihn schon seit seiner Jugend. Damals schraubte Robert Hermann, heute 29 Jahre alt, an seiner Simson. Ein Hobby, welches ihn noch heute begleitet. Deshalb war nach seinem Schulabschluss in Großröhrsdorf und dem Zivildienst bei der Stadtverwaltung Pulsnitz der weitere Weg bereits vorgezeichnet. „Ein Studium im Bereich Maschinenbau war für mich die einzige logische Entscheidung.“, sagt er. Doch wo sollte es hingehen. In Dresden bleiben und an der Technischen Universität studieren? Oder doch nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten? Eine solche Möglichkeit eröffnete sich mit einem dualen Studium bei Volkswagen in Salzgitter (Niedersachsen). Keine leichte Entscheidung für Robert Hermann, denn als junger Mensch Familie, Freunde sowie das geliebte Hobby hinter sich zu lassen und nur am Wochenende zu Hause zu sein, ist nicht einfach. Doch für ihn waren erst einmal die beruflichen Möglichkeiten entscheidend. Deshalb fiel ziemlich schnell die Entscheidung, und dann hieß es: Tschüss Heimat! Hallo neue Herausforderungen!

Das Studium bestand aus zwei Teilen, einer praktischen Ausbildung zum Industriemechaniker verbunden mit einem Fachhochschulstudium Maschinenbau mit Bachelorabschluss. Ein anspruchsvoller Weg. Doch die Voraussetzungen bei seinem neuen Arbeitgeber VW waren sehr gut. Vor allem die Arbeit im Bereich Motorenentwicklung reizte Robert Hermann. Darauf richtete er sein Studium und seine Bachelorarbeit aus. So interessant das Studium auch war, sein soziales Umfeld in Sachsen fehlte ihm doch zusehends. Doch allzu schnell sollte ihm der Weg zurück nicht gelingen. Mit Studienbeginn verpflichtete sich Robert Hermann, nach Abschluss des Studiums für mindestens vier weitere Jahre bei VW zu arbeiten. Seinen Bachelor schloss er 2012 erfolgreich ab und begann anschließend in der Entwicklungsabteilung als Konstrukteur im Bereich Ventiltrieb Sein „Leben in zwei Welten“, wie Robert Hermann es beschreibt, ging also weiter.

Die Arbeit im Team und sein Arbeitsbereich waren für ihn ein Glücksgriff. Ein sehr gutes Arbeitsklima und hochinteressante Aufgaben begleiteten ihn über die nächsten Jahre. Doch relativ früh war ihm klar, dass er den Weg zurück in seine Heimat gehen wollte. So begann die Zeit des Wartens. Noch zwei Jahre… noch ein Jahr. Jede Woche Pendeln, freitags nach Hause zu Familie und Freunden, sonntags zurück in seine „andere Welt“. Eine Belastung, die ihn nicht nur einmal an seine Grenzen brachte. So festigte sich der Wunsch, in seine Heimat zurückzukehren. Doch je näher das Ende seiner ersten vier Jahre bei VW heranrückte, desto stärker fühlte er sich seinem Team und seinem laufenden Projekt verpflichtet. Einfach alles stehen und liegen zu lassen und mitten im Projekt den Job zu wechseln, kam für Robert Hermann deshalb zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage. „Eine Entscheidung, die ich ansonsten sicher später bereut hätte.“, sagte er. Ende 2016 sah er dann die Möglichkeit, das in Serie gehende Entwicklungsprojekt seines Teams zu einem guten Abschluss zu bringen und sich neuen beruflichen Aufgaben in seiner Heimat zu stellen.

Dann ging alles relativ schnell. Im Februar begann er sich im Raum Dresden zu bewerben, im Mai erhielt er die Zusage seines neuen Unternehmens, der i2s Intelligente Sensorsysteme Dresden GmbH, und im Juni 2017 folgte der Umzug zurück nach Pulsnitz, seiner Heimatstadt. Ein Schritt, der ihm am Ende dann doch nicht so leicht fiel. „Der Abschied vom Team bei VW war sehr emotional. Ich hatte das Gefühl, ich verabschiede mich von meiner zweiten Familie. Dabei ist nicht nur eine Träne geflossen.“ Doch genau dieser Tag des Abschieds war auch ein Tag des „Wiederkommens“. Denn am selben Abend hatten seine Freunde eine große „Willkommen zurück“-Party für ihn organisiert. Ein Tag, den Robert Hermann wahrscheinlich sein Leben lang nicht vergessen wird.

Mittlerweile ist er gut angekommen im neuen Job. Als Projektmanager stellt er sich neuen Herausforderungen, an denen er weiter wachsen will. Im Unternehmen fühlt er sich sehr wohl und auch die Arbeit im neuen Team empfindet er als sehr angenehm. „Die Atmosphäre ist einmalig.“, sagt er, „Hier halten alle zusammen, um gemeinsam Großes zu bewirken.“. Robert Hermann ist auch beruflich wieder „zurück“, hat aber die Verbindung zu seinem alten Arbeitgeber nicht ganz verloren. „Wir entwickeln u.a. auch Bauteile für VW. Die Verbindung geht also nicht verloren“, sagt er lächelnd. Einzig beim Gehalt musste er Abstriche machen. Dies gleichen für ihn aber das wiedergewonnene Umfeld und das zurück gelassene „Pendlerleben“ mehr als wieder aus. „Meine Arbeitszeit hat sich von 35 auf 40 Wochenstunden erhöht. Die Zeit, die ich jetzt in meine Arbeit investieren kann, habe ich sonst auf der Autobahn verbracht.“

Und auch privat fühlt er sich zu Hause wieder sehr angekommen. Der gewohnte Freundeskreis, sein Hobby der Motorsport in der Simson GP und natürlich die Region mit ihren kulturellen Möglichkeiten, der schönen Landschaft mit unzähligen Aktivitäten direkt vor der Haustür und seine geliebten Pfefferkuchen aus Pulsnitz haben ihn seine Rückkehr nicht bereuen lassen. Einzig die Wohnungssuche in Pulsnitz gestaltete sich nicht ganz so einfach. „Viele Angebote gab es leider nicht. Mit ein wenig Glück konnte ich aber dennoch relativ schnell fündig werden.“, sagt er.

Robert Hermann hatte vor seiner Rückkehr Kontakt zum Projektmanagement „Wachstumsregion Dresden“ aufgenommen und fühlte sich gut beraten. „Zu wissen, dass es noch viele Andere gibt, die auch den Wunsch hegen wieder zurück zu kommen, hat mich damals noch mehr motiviert“. Er hofft, dass sich die Region noch weiter entwickeln kann. Da er selbst jahrelang Pendler war, sieht er dort eine gute Möglichkeit das Projekt mit seinem Jobportal bekannt zu machen. „Ein Radiospot zu den Stoßzeiten der Pendler hätte bestimmt guten Erfolg.“, schlägt er vor.

„Habe den Mut, deine Träume zu leben“. Dieses Motto führte Robert Hermann zurück in seine Heimat, zurück in die Wachstumsregion Dresden.

Das Interview führten Daniela Retzmann und Peter Glumbick vom Team Wachstumsregion Dresden



Wachstumsregion Dresden
„Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.“